Der Liebe zu Christus nichts vorziehen

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Beschreibung

...selbst sagt, dass in ihr „nicht alles enthalten ist, was zur Beobachtung der vollen Gerechtigkeit gehört“, sie über sich selbst hinausweist „auf die Lehren der Väter“ und feststellt: „Ist nicht jede Seite und jedes von Gott beglaubigte Wort des Alten und Neuen Testamentes eine gerade Richtschnur für das menschliche Leben?“ – was soll da von uns „trägen, schlechten, nachlässigen Mönchen gelten, denen die Scham ins Gesicht steht“ im Versuch, diese Regel in Leben umzusetzen oder sie einfach mit Anmerkungen zu versehen?


Andererseits schreibt Benedikt „für Anfänger“, und er selbst – als Abt und Vater der Mönche – ist bereit, zu hören und sich belehren zu lassen, „weil der Herr oft einem Jüngeren offenbart, was das Bessere ist“ (RB 3,3; vgl. RB 61,4). So wird das Ende der Regel erst zu ihrem Anfang. Das ist eines der Paradoxe unseres Lebens, das uns ermutigen will zum eigenen Versuch, dem Mut zum Fragment, in dem dennoch das Ganze sichtbar wird: „die Liebe zu Christus, der nichts vorgezogen werden soll“.


Sinn der Gedanken ist es, weniger zu belehren als vielmehr zu begleiten, vor allem aber zu einer persönlichen Auseinandersetzung mit der Regel und Gegenüberstellung ihrer Weisheit und Erfahrung mit unseren eigenen Anfragen heute anzuregen. Wenn es hierbei allzu sehr im Fragment geblieben ist, um so besser. Vergleichbar dem Hören auf Gottes Wort gibt es so viele Antworten wie Gelegenheiten und Hörer, unbeschadet der Einheit und Neuheit ihrer Botschaft.
Der aktuelle Anlass der vorgelegten Texte ergab sich aus den Notwendigkeiten einer monastischen Gemeinschaft und der „Hauptsorge“ (RB 2,33) ihres Abtes. Bis heute ist die „Kollaz“ als geistliche Stärkung fester Bestandteil des zisterziensischen Lebens, die in ihren abendlichen zehn Minuten vor der Komplet auch den äußeren Umfang dieser Texte bestimmt. Auf diese Weise sind sie eine ferne Erinnerung an die Gespräche der Mönchsväter. Letztlich sollen sie uns einmünden lassen in den Dialog des Herzens mit Gott. Kommentar von Abt Bruno Fromme